Die neue Traunbrücke
Bauarbeiten starten im Oktober 2016

Die neue Traunbrücke

1024 576 Verein Pro Gmundner Straßenbahn

Im Oktober 2016 startete der Neubau der Traunbrücke. Mit der Konstruktion und Planung ist das renommierte Linzer Büro KMP beauftragt. Wir haben damals mit dem Brückenspezialisten und Geschäftsführer DI Christian Stadler gesprochen.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue von der alten Brücke nur sehr wenig. Auffallend ist der Bogen, den die Brücke Richtung Süden macht. Welchen Grund gibt es dafür?

Stadler: Nachdem der Verkehr während der gesamten Bauzeit zumindest einspurig über die Brücke möglich sein muss, ist eine halbseitige Errichtung erforderlich. Allein aus diesem Grund ist schon eine Verschwenkung zur Seeseite hin notwendig. Der Bogen wird aber auf die Arkadengänge an beiden Brückenköpfe keinen Einfluss haben, diese bleiben unverändert bestehen. Als Nebeneffekt wird damit auch eine Verbesserung der Linienführung für die Straßenbahn und den Individualverkehr erreicht.

Die neue Brücke wird nun breiter. Ist dies aufgrund der Straßenbahn erforderlich?

Stadler: Nein, der Breitenzuwachs ist zur Gänze den großzügig bemessenen Flächen für Fußgänger und Radfahrer geschuldet, denen künftig wesentlich mehr Bedeutung eingeräumt wird. Außerdem wurde dem Wunsch der Stadtgemeinde Gmunden, die Arkaden wie bisher an die Brücke anzubinden, entsprochen, was bei den Widerlagern zusätzliche Aufweitungen bedingt hat.

Ursprünglich war eine Bauzeit von 18 Monaten veranschlagt. Warum sind es jetzt insgesamt 21 Monate?

Stadler: Mangels des Vorliegens rechtskräftiger Bescheide konnte nicht wie ursprünglich geplant im Jänner dieses Jahres gestartet werden. Durch diese Verzögerung konnten wir den Bauablauf optimieren und die Risiken von Bauunterbrechungen durch Hochwasser verringern. Statt im Jänner 2017 wird deshalb bereits im Oktober 2016 begonnen. Zudem ermöglicht uns dies eine Sommerpause im nächsten August, also in der Tourismus-Hochsaison, während derer alle Bauarbeiten ruhen. Wenn man dann noch die Winterpause über Weihnachten von fast einem Monat abzieht, so ergibt sich eine reale Verlängerung der Bauzeit um ca. einen Monat. Das geringere Hochwasserrisiko und die bessere Gewährleistung der Bauwerksqualität rechtfertigen dies meiner Ansicht nach jedenfalls.

Am Traunsee spielt das Hochwasser immer eine besondere Rolle. Wie beeinflusst dies die Planungen und Bauarbeiten?

Stadler: Von Anfang wurde die Umsetzbarkeit unter Berücksichtigung des Hochwasserrisikos geplant, anders kann man an ein derartiges Projekt gar nicht herangehen. Es war daher immer klar, dass die für die neuen Pfeiler erforderlichen Schüttungen im Traunabfluss nur in Monaten eingebracht werden können, in denen das Risiko von extremen Hochwasserereignissen relativ am geringsten ist. Dazu gibt es langjährige Aufzeichnungen beim Hydrografischen Dienst des Landes OÖ, die wir ausgewertet haben. Anderenfalls wäre der Bau ja auch gar nicht genehmigungsfähig gewesen. Bei den Arbeiten sind entsprechende Vorkehrungen für ein schnelles Reagieren im Falle drohender Hochwässer vertraglich ausbedungen und diese werden von der Örtlichen Bauaufsicht auch eingefordert. Es liegt dazu ein abgestimmter Alarmplan vor. Insbesondere werden die Pegelstände sowohl beim Abfluss des Traunsees als auch beim Zufluss in Ebensee als relevantes Kriterium laufend beobachtet.

Wie hätte sich die Hochwassersituation im heurigen Frühjahr auf die Brückenbaustelle ausgewirkt, hätte man plangemäß im Jänner begonnen?

Stadler: Im heurigen Winter ist der Grenzwert für die Räumung der Schüttungen aus dem Flussbett wegen der Revisionierung einer Kraftwerksturbine bei 145 m³/s gelegen, künftig ist das erst ab 220m³/s erforderlich, also eine wesentliche Erleichterung. Das hätte uns bei einem Baubeginn im Jänner jedenfalls voll getroffen, da Anfang Februar dieser Wert schon überschritten wurde.

D.h., das Hochwasser hätte die Bauarbeiten im Frühjahr verzögert?

Stadler: Wir gehen von zumindest 2-3 Wochen aus, die wir verloren hätten, da man ja nicht nur die Zeit, in der keine Schüttung in der Traun sein darf, rechnen kann. Dazu kommt auch noch der Zeitraum, bis die Schüttung wieder hergestellt ist. Verzögerungen zufolge der Behebung allfälliger Schäden durch das Hochwasser während der laufenden Arbeiten sind da noch gar nicht eingerechnet.

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