Thomas Bernhard

Thomas Bernhard

Wussten Sie, dass sich Thomas Bernhard (1931-1989) noch kurz vor seinem Tod für die Erhaltung und Verlängerung der Gmundner Straßenbahn eingesetzt hat? Er schrieb einen engagierten Leserbrief an die Salzkammergut-Zeitung, in dem er sich vehement gegen die bevorstehende Einstellung der Straßenbahn wandte und ihre Wiederverlängerung zum Rathausplatz forderte. Damit hatte unsere damalige Initiative schon zu Beginn einen prominenten Fürsprecher, dessen Bedeutung in Gmunden aber erst viel später gebührend gewürdigt worden ist. Heute wäre Thomas Bernhard wohl mit dem, was wir bewirkt haben, zufrieden…

LESERBRIEF am 12. Jänner 1989 in der Salzkammergut-Zeitung von

Thomas Bernhard

Thomas Bernhard
Gmunden
Lerchenfeldgasse

Sehr geehrte Redaktion,

jedesmal, wenn ich aus dem Ausland zurückkomme, denke ich, dass ich in eine der allerschönsten Gegenden der Welt heimkehre und Gmunden ist ganz sicher auch im Salzkammergut der absolute Höhepunkt, was Stadt und Umgebung betrifft. Zu meinem Entsetzen erfahre ich heute aus Ihrer von mir immer sehr geschätzten Zeitung, dass die Strassenbahn eingestellt werden soll. Ein grösseres Unglück könnte dieser von mir geliebten Stadt gar nicht widerfahren! Gerade diese Straßenbahn ist eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt und ich benütze sie regelmäßig mit dem größten Vergnügen bei meiner Ankunft auf dem Bahnhof. Diese Strassenbahn ist ein Kleinod und unersetzbar und Gmunden würde mit ihr eine seiner allerersten Attraktionen bei Jung und Alt verlieren. Auch ich bin, wie einer meiner Leserbriefvorschreiber der Meinung, dass die Straßenbahn wieder bis zum Rathausplatz geführt werden sollte; das wäre nicht nur für die Gmundner selbst, sondern für alle, die diese Stadt aufsuchen, die Wiedergewinnung eines schon so viele Jahre vermissten Vorteils als Augenweide. Mit der Erhaltung der Straßenbahn und ihrer Weiterführung bis zum Rathausplatz wäre Gmunden nicht nur seiner Zeit gemäss, sondern dazu auch noch weit voraus.“

Ihr Thomas Bernhard

(Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Peter Fabjan)

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