Planungen Rathausplatz - Grünbergseilbahn

Planungen Rathausplatz – Grünbergseilbahn

1024 576 Verein Pro Gmundner Straßenbahn

Für die zweigleisige Verlängerung der Straßenbahn zum Rathausplatz lag im Herbst 1999 das Detailprojekt des Ziviltechnikerbüros Kirsch-Muchitsch aus Linz fertig vor. In einem Programmkatalog mit dem Titel „Straßenbahn 2000 plus“, erstellt vom Verein Pro Gmundner Straßenbahn und gesponsert von der Fa. Daimler Chrysler Rail Systems, konnten alle Projekte und Ausbauprogramme anschaulich dargestellt werden. Im Dezember 1999 wurden Programm und Projekte im Rathaus der Stadt Gmunden durch den Verein präsentiert. Um die Verkehrsverhältnisse nach Verlängerung der Straßenbahn zum Rathausplatz anschaulicher zu machen, beauftragte der Verein auf seine Kosten die Erstellung einer Computersimulation: Die im vorhandenen Straßennetz gezählten Verkehrsströmen (Pkw, Busse, Lkw, Fußgänger, Radfahrer) wurden in Echtzeit als bewegte Objekte dargestellt. Für Fachleute nicht überraschend, für Nicht-Insider aber verblüffend, zeigte sich dabei, dass die Straßenbahn bei der vorgeschlagenen zweigleisigen Führung keinerlei Hindernis oder Staugefahr für den sonstigen Verkehr darstellt, da sie sich wie ein Bus oder Lkw im normalen Verkehrsfluss bewegt.

Zwecks Vertiefung der Meinungsbildung wurden vom Vereinsvorstand im Jahr 2000 zahlreiche Informationsveranstaltungen in den politischen Fraktionen und in meinungsbildenden Clubs (Rotary-Club, Lions-Club) abgehalten. Anhand der Planungen und der Computersimulation konnten sehr sachliche, aufschlussreiche Diskussionen geführt werden. Dabei zeigte sich, wie wichtig es ist, vorgefassten Meinungen („Die Straßenbahn bewirkt den Verkehrszusammenbruch“) mit Fakten und verständlichen Simulationen begegnen zu können. Im Ergebnis zeigte sich breite Zustimmung zum Projekt und zur gewählten Vorgangsweise der seriösen Information und Diskussion. Es wurde allerdings auch immer wieder darauf hingewiesen, dass die Verlängerung der Straßenbahn zum Rathausplatz zwar durchaus sinnvoll sei, dass aber eine großzügige Lösung mit Führung der Linie über die Traunbrücke zum Seebahnhof bzw. zur Grünbergseilbahn eine wesentlich wirksamere Maßnahme sein würde.

Der Verein Pro Gmundner Straßenbahn hat diese Ansicht zwar stets selbst vertreten, war jedoch bemüht, in der öffentlichen Diskussion nicht den Eindruck zu erwecken, phantastische und unfinanzierbare Projekte zu betreiben. Der Vorstand war sich dabei im Klaren, dass die zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Straßenbahn in Etappen, die finanzierbar bleiben, kommuniziert werden muss. Es war daher sehr hilfreich, dass diese Ansicht von außen kam. Die nun zu beantwortende Frage lautete:

Ist eine Führung der Straßenbahn zum Seebahnhof machbar?

Aufgrund der erwähnten Hinweise beauftragte der Verein Anfang 2000 die Erstellung eines generellen Projektes für eine Trasse über die Traunbrücke zum Seebahnhof. Die Linienführung sollte an die zweigleisige Projektstrecke zum Rathausplatz anschließen und über den Klosterplatz und zum Seebahnhof bzw. zur Grünbergseilbahn führen. Für die Umsetzung konnte das Institut für Eisenbahnwesen der Technischen Universität Wien, Prof. Dr. Edwin Engel, gewonnen werden, wo diese Aufgabe noch im Frühjahr 2000 tadellos und außerordentlich kostengünstig gemeistert wurde. In erster Linie war die Betrachtung der Profile im Trauntor unter der Annahme eines serienmäßigen Straßenbahn-Gelenktriebwagens maßgeblich, galt es doch, den schon in früheren Studien ermittelten Gleisbogenradius von 17 – 18 m zu verifizieren. Ebenso war zu überlegen, wie eine möglichst konfliktarme Situierung der Haltestellen am Rathausplatz erfolgen könnte und wie eine Linienführung zur Grünbergseilbahn gefunden werden kann. Die Ergebnisse bestätigten die Machbarkeit einer Linienführung durch das Trauntor ohne wesentliche Einschränkungen.

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