Lückenschluss - nächste Runde!

Lückenschluss – nächste Runde!

1024 576 Verein Pro Gmundner Straßenbahn

Am 1. September 2015 wurde eine weitere Bauphase für den Lückenschluss zwischen Traunseebahn und Gmundner Straßenbahn eingeleitet. Bauabschnitt 1 von Franz-Josef-Platz bis Graben wurde von September bis November 2015 plangemäß umgesetzt. Zunächst wurde in Fahrtrichtung Klosterplatz die neue Gleistrasse zwischen Café Baumgartner und Graben errichtet. Am Franz-Josef-Platz entstand eine neue, vom Individualverkehr räumlich getrennte Haltestelle mit eigener Busbucht für Linienbusse, die insbesondere auch als Aus- und Zusteigstelle für Reisebusse dient. So erhielt die Innenstadt von Gmunden endlich den notwendigen Knotenpunkt für die Straßenbahn, die öffentlichen Buslinien und den Reisebusverkehr. Die Einfahrt in die Tiefgarage wurde redimensioniert. Bei der Bauausschreibung ging die Baufirma Held & Francke als Bestbieter hervor, die bereits das Baulos I zwischen Seebahnhof und Klosterplatz sehr zufriedenstellend umgesetzt hatte. Es wurde ein eigenes, nachhaltiges Verkehrsleitsystem erarbeitet, die Tiefgarage blieb fast immer erreichbar. Jeweils im August und Advent wurde mit baufreien Zeiten besondere Rücksicht auf den Sommertourismus und das Weihnachtgeschäft genommen, denn höchste Priorität hatte während der gesamten Bauzeit die möglichst wenig eingeschränkte Zugänglichkeit sämtlicher Geschäfte und Betriebe in der Innenstadt. Deshalb erfolgte der Bau auch in einzelnen Etappen. Die zweite Baustufe begann im Jänner 2016 zwischen Graben und Rathausplatz, die dritte Baustufe Rathausplatz – Trauntor im September 2016. Sämtliche Gebäude entlang des Bauabschnittes wurden im Vorhinein durch unabhängige Gutachter, Statiker und Geologen überprüft. Für jedes Gebäude wurde ein eigenes Konzept erarbeitet, das bei Bedarf z. B. auch Unterfangungsmaßnahmen zur zusätzlichen Fundamentstützung vorsah.

Anlässlich der Pressekonferenz zum Baustart sagte Obmann Dipl.-Ing. Otfried Knoll im Interview:

„Wir haben bei der letzten Generalversammlung des Vereines Pro Gmundner Straßenbahn den Beschluss gefasst, die Stadt Gmunden beim Bau der neuen Straßenbahnstrecke finanziell bedeutend zu unterstützen. Dies in der Überzeugung, dass hier ein Jahrhundertbauwerk entsteht, dessen Bedeutung die Stadt nunmehr richtig erkannt hat. Deshalb werden wir die Abzweigweiche für das neue Streckengleis 1 Richtung Vorchdorf auf Höhe Café Baumgartner mit Mitteln des Vereines finanzieren. Zusammen mit schon bisher geleisteten Investitionszuschüssen handelt es sich dabei um rund 200.000.- Euro privates Geld, das der Stadt nützen wird. Das ist weltweit einzigartig“.

Der Obmann erinnerte auch an die vor mehr als 25 Jahren begonnene Überzeugungsarbeit: „Mehr als 6.300 Menschen haben sich 1989 nicht nur für den Erhalt, sondern vielmehr auch für den Ausbau der Gmundner Straßenbahn zu einem modernen Verkehrsmittel ausgesprochen. Wir vom Verein Pro Gmundner Straßenbahn haben dieses Ziel initiiert und auch alle Umsetzungsetappen maßgeblich begleitet. Nun stehen wir vor der Königsetappe durch die Innenstadt. Und deshalb wird der Verein Pro Gmundner Straßenbahn nahezu sein gesamtes Vereinsvermögen zugunsten der Stadt Gmunden für die Realisierung der Innenstadtstrecke zur Verfügung stellen. Mit der Abzweigung bei der Korsokurve wird diese Weichenstellung in die Zukunft unübersehbar, deshalb ist die Finanzierung der Weiche einer unserer Beiträge. Für Gmunden bedeutet die stadt.regio.tram einen gewaltigen Impuls, den wir stolz sind, zusammen mit dem Land Oberösterreich zu unterstützen. Schon jetzt kommen in- und ausländische Delegationen nach Gmunden, um dieses mutige Projekt zu studieren“.

Dazu LH-Stv. Ing. Reinhold Entholzer: „Mit der stadt.regio.tram. Gmunden-Vorchdorf treten wir den Beweis dafür an, dass der schienengebundene Verkehr auch in kleineren regionalen Ballungsräumen Sinn macht. Das Land Oberösterreich stand von Anfang an hinter der modernen Idee, die in Gmunden vorhandenen Schienen optimal zu verbinden und damit nachhaltig zu entwickeln.“

LH-Stv. Franz Hiesl ergänzte: „Diese neue umweltfreundliche Verkehrsverbindung hebt zweifelsohne die Wohn- und Lebensqualität für die Menschen in der gesamten Region und wird für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine attraktive Alternative zum Auto darstellen. Mit dem erst kürzlich eröffneten Entlastungsprojekt Umfahrung Gmunden-Ost eröffnet sich die einzigartige Chance, das Ortszentrum neu zu gestalten“.

Im Zuge der Bauarbeiten wurden zahlreiche infrastrukturelle Maßnahmen entlang der neuen Trasse verwirklicht. Dies mit einer Förderquote von 80% durch das Land OÖ. So ergibt sich für die Stadt Gmunden eine beachtlicher Mehrwert: Sanierung beziehungsweise Erneuerung der Wasser- und Gasleitungen sowie des Kanalnetzes, Neubau der Traunbrücke, Neue Pflasterungen und Verschönerungsarbeiten entlang der Trasse. Noch nicht entschieden ist, ob der Bereich Klosterplatz bis Graben tatsächlich zur Begegnungszone wird. In Begegnungszonen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer.

„Die stadt.regio.tram ist für Gmunden eine Jahrhundertchance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen. Es handelt sich hier nicht ausschließlich um ein Verkehrsprojekt, sondern in erster Linie um ein nachhaltiges Infrastrukturprojekt, das Gmunden zu einer urbanen Bezirkshauptstadt machen wird“ freute sich Bgm. Stefan Krapf.

Mobilitätsstadtrat Wolfgang Sageder sagte: „Das stadt.regio.tram-Projekt ist für Gmunden ein Sprungbrett in die Zukunft. Eine starke rein elektromobile Achse durch die Stadt, ergänzt durch die bewährten Gmundner Citybusse, wird für ein komplettes, leistungsfähiges und kostengünstiges Mobilitätsangebot sorgen.“

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