Bewußtseinsbildung

Bewusstseinsbildung

1024 576 Verein Pro Gmundner Straßenbahn

Neuerdings als „Gmundens steilster Stolz“ bezeichnet, kam der kleinste Straßenbahnbetrieb der Welt mit seinen Aktivitäten zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der 1990 erarbeitete Generalverkehrsplan der Stadt Gmunden wirkte sich jedoch zu einer neuerlichen und sehr erheblichen Gefahr für die Existenz der Straßenbahn aus. Der beauftragte Planer Dipl.-Ing. Rudelstorfer erklärte zunächst standhaft, dass eine Wiederverlängerung der Straßenbahn zum Rathausplatz technisch nicht möglich sei. Begründet wurde dies mit der Unmöglichkeit der Führung der Straßenbahngleise im Bereich der Grabenkreuzung, wobei sich der Planer auf eine nachweislich falsche Skizze stützte und vorhandene Lagepläne als falsch bezeichnete. Durch die Markierung der tatsächlichen Lage der Schienen auf der Fahrbahn mit Leuchtfarbe am 20. April 1990 hatte seine Argumentation jedoch stark an Wertigkeit verloren. Der noch junge Verein Pro Gmundner Straßenbahn finanzierte als erste konkrete Planungsmaßnahme ein verkehrstechnisches Gutachten, das die Möglichkeiten der Wiederverlängerung der Straßenbahn bzw. die Verträglichkeit dieser Verlängerung mit dem Kfz-Verkehr analysierte. In langwierigen Beratungen konnte der Planer schließlich vom Gegenteil seiner Annahme überzeugt werden. Der vorgelegte Generalverkehrsplan schlug dann bereits als mittelfristiges Ziel die Wiederverlängerung der Straßenbahn ins Zentrum vor und wurde mit diesem Ziel auch beschlossen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der sichtbare Erfolg der zum Seebahnhof verlängerten Traunseebahn die Haltung der Stadtpolitik zum öffentlichen Verkehr offenkundig positiv beeinflussen konnte.

Die Stern & Hafferl-Betriebsleitung und der Verein „Pro Gmundner Straßenbahn“ verfolgten nun gemeinsam das Ziel, durch die Neupositionierung der Straßenbahn als wesentliches touristisches Element in Gmunden Sympathie zu erzeugen und Bewusstsein für deren Einmaligkeit zu schaffen. Beide Seiten – der spätere Obmann Dipl.-Ing. Otfried Knoll oftmals in Personalunion – betrachteten dies als unabdingbare Voraussetzung für weitere Schritte nach vorn und wussten, dass dazu ein langer Atem nötig sein würde. Dennoch war es schwierig, bei den Vereinsmitgliedern Verständnis dafür zu schaffen, dass die Wiederverlängerung der Straßenbahn nicht von heute auf morgen erfolgen könne. Mehrere Mitglieder äußerten sich ungeduldig, es gab im Lauf der Jahre Austritte, aber auch viele Todesfälle der teilweise sehr betagten Mitglieder. Trotzdem gelang es durch intensive Neuwerbungen und viele Veranstaltungen, den Mitgliederstand im Wesentlichen zu halten. Dies war sowohl im Hinblick auf die notwendige Außenwirkung, als auch zur Erzielung von Einnahmen ein wichtiges Ziel, konnte doch der Verein dadurch inzwischen zahlreiche Verbesserungen bei den Haltestellen finanzieren. Zum Schutz der Fahrgäste wurde in der Kuferzeile aus Mitteln des Straßenbahnvereines eine Haltestellenüberdachung errichtet, ebenso wurde aus Vereinsmitteln eine Wartebank bei der Haltestelle Franz Josef-Platz aufgestellt.

Auch Stern & Hafferl als Betriebsführer blieb keineswegs untätig und versah den Triebwagen 10 mit neuen, lärmgedämmten Antrieben und einer Spurkranzschmieranlage, um die Anwohner in der Kuferzeile von Lärm und Erschütterungen zu entlasten.

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