DIE
STRECKE

Mit der Straßenbahn vom Bahnhof ins Zentrum

Auf derzeit nur 2,3 km Streckenlänge ist ein Höhenunterschied von 61 m zu überwinden, dabei wird in der Kaltenbrunerstraße sogar eine Neigung von genau 10% erreicht – deshalb zählt die Gmundner Straßenbahn zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Die meterspurige Strecke ist eingleisig mit zwei Betriebsausweichen angelegt, großteils auf eigenem Bahnkörper, aber mit zahlreichen querenden Straßen und Hauszufahrten. In der engen Kuferzeile fährt die Straßenbahn allerdings im öffentlichen Straßenraum, und da dort der Straßenverkehr als Einbahn geführt wird, kommt es in Fahrtrichtung Hauptbahnhof zu Begegnungen mit Straßenfahrzeugen, die das Fahrpersonal natürlich stets routiniert und vorausschauend meistert. Die Ausweichen Keramik und Tennisplatz sind mit ölgedämpften Rückfallweichen ausgestattet, die Einfahrweiche in die zweigleisige Endstation Hauptbahnhof ist eine elektrisch stellbare Weiche. Die Verzweigungsweiche am Franz Josef-Platz ist ebenfalls eine Rückfallweiche.

Es gibt zur Zeit 7 Haltestellen. Mit Ausnahme der jeweiligen Kreuzungsstationen werden alle nach Bedarf bedient. In den vergangenen Jahren wurden die Strecke, die Haltestellen, die Stromversorgungsanlagen und Oberleitungen nahezu zur Gänze erneuert. Hierbei lieferten die vom Verein Pro Gmundner Straßenbahn in den Jahren 2003 und 2008 organisierten Probebetriebe mit modernen Niederflurtriebwagen wertvolle Erkenntnisse für die barrierefreie Zukunft.
Am Franz Josef-Platz verzweigt sich die Strecke zur künftig zweigleisigen Stadtdurchfahrt. Diese führt über den Graben, den Rathausplatz, durch das Trauntor und über die gerade im Bau befindliche neue Traunbrücke zum Klosterplatz und weiter zum Seebahnhof, wo dann die wiederum eingleisige Lokalbahnstrecke nach Vorchdorf anschließt. Insgesamt wird die stadt.regio.tram-Strecke etwa 18 km lang sein.

Die Haltestellen

Die Haltestellentafeln der Gmundner Straßenbahn sind in Österreich einmalig. Sie wurden 1994, zum 100. Geburtstag der Straßenbahn, auf Initiative von Vereinsobmann Otfried Knoll angefertigt, welcher auch das das Originalmuster zur Verfügung stellte. Der Nachguss erfolgte in der HTL Vöcklabruck unter der Leitung von Herbert Löcker. Alle Tafeln tragen die gegossene Aufschrift „Haltestelle der Straßenbahn“ und den aufgemalten Haltestellennamen. Sie sind auf gusseisernen Auslegern bzw. an dekorativ gestalteten Säulen aus Gusseisen montiert. Sie wurden in der Werkstätte Vorchdorf von Maler Otto Krenn liebevoll von Hand dreifärbig (rot, weiss, schwarz) lackiert.

Das Ur-Muster für die Säulen und Ausleger stammt von der St. Pöltner Strassenbahn und wurde von der Museumstramway Mariazell ausgeliehen. Solche Tafeln waren seinerzeit in der Monarchie weit verbreitet.

Die originalen Gmundner Haltestellentafeln von 1894 waren größer, sie sahen ähnlich wie jene heute noch existierenden Tafeln der Pöstlingbergbahn aus, denn die „Electrische Lokalbahn Gmunden“ diente der vier Jahre später gebauten Pöstlingbergbahn in vielerlei Hinsicht als Vorbild.

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